Kennen Sie schon… Gamification?

Dass ein Zusammenhang zwischen Spielen und Lernen besteht, ist wohl kaum zu leugnen. Kinder eignen sich Fähigkeiten und Wissen häufig durch spielerische Auseinandersetzungen an – so hat der Schweizer Psychologe Jean Piaget seine Theorie der kognitiven Entwicklung beispielsweise durch die Beobachtung von Kindern beim Murmelspielen hergeleitet. Seit einiger Zeit werden spielerische Ansätze auch in mediengestützten Lehr-Lernprozessen umfassender diskutiert. Ein Beispiel hierfür stellt Gamification dar.

Was ist Gamification?

Gamification bezeichnet dabei die Übernahme von Spielelementen in spielfremde Kontexte (wie Lernprozesse oder alltägliche Arbeitsaufgaben). Es kann sich dabei sowohl um strukturelle als auch inhaltliche Elemente handeln. Besonders verbreitet sind etwa Fortschrittsbalken, die anzeigen, wie weit eine Person bei der Bearbeitung von Aufgaben (und damit dem Erreichen des Ziels) fortgeschritten ist, oder die Vergabe von Punkten für bestimmte Leistungen. Damit verbunden werden können beispielsweise Auszeichnungen für vorab definierte Leistungen (bspw. das Erreichen einer bestimmten Punktzahl oder die Lösung einer Aufgabe) in der Form sogenannter “Badges” aber auch Ranglisten, die anzeigen, wie weit fortgeschritten ein Lernprozess oder die Bearbeitung einer Aufgabe im Vergleich mit Mitlernenden oder Kolleg*innen ist. Auf inhaltlicher Ebene werden vor allem narrative Elemente übertragen, um so neue Bedeutungskontexte zu schaffen oder aber Verbindungen zwischen einzelnen Prozessen oder Aufgaben herzustellen.

Ziel: Motivationssteigerung

Das Ziel ist in allen Fällen das gleiche: Lernende (oder Mitarbeitende) sollen stärker motiviert werden, sich mit ihren Aufgaben auseinanderzusetzen. Gamification wird dabei sowohl für Aufgaben eingesetzt, die als monoton und wenig herausfordernd gelten, aber auch für komplexe Prozesse.

Eine gute (und kurze) Einführung in das Thema stellt Roman Rackwitz, einer der deutschen Gamification-Experten, in einem Video dar.

 

Einen ausführlicheren Einblick bietet Karl Kapp, Professor für Instructional Technology an der Bloomsburg University.

Wer ein bisschen tiefer in die Thematik einsteigen möchte, wird auf dem YouTube-Kanal von Roman Rackwitz fündig werden.

Darüber hinaus gibt es neuerdings auch einen Gamification Podcast “Spiel aber Ernst”, der von Rackwitz gemeinsam mit Dr. Jörg Niesenhaus betrieben wird.


Kommentar IconGamification an der FernUni?

Was ist Ihre Meinung? Könnte Gamification auch ein Modell sein, dass an der FernUni funktioniert? Es ist ja bekannt, dass ein Fernstudium sehr hohe Anforderung an Selbstlernfähigkeiten und Motivation stellt. Können Gamification-Elemente hier sinnvoll sein? Oder ist das nur ein neuer, kurzlebiger Trend, der bald schon wieder in Vergessenheit gerät?

2 Kommentar(e) für “Kennen Sie schon… Gamification?

  1. Ich könnte mir Gamification gerade an einer Fernuni sehr gut vorstellen. Der Lernstoff ist im prinzip in den Modulen immer nach dem gleichen Ablauf aufgebaut, dies führt schon auch mal zu Langeweile. Auch bei dem “alleine vor sich hin lernen” muss man sich selbst motivieren und ich persönlich vermisse manchmal den Witz, über den alle gemeinsam lachen, um dem ernsten Thema ein bisschen die Schwere zu nehmen.
    Ich könnte mir also Lernspiele – ohne den Konkurrenzdruck in Form von Leistungsnachweisen – sehr gut vorstellen. Die manchmal vorhandenen interaktiven Quizzes zur Prüfungsvorbereitung nutze ich gerne, weil auch gilt – suche die korrekte Entscheidung in möglichst geringer Zeit – auch das ist eine Art von Spiel.

    1. Liebe Frau Bulkowski-Röhrer,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Spannend, einmal die Sicht von Fernstudierenden hierzu zu lesen. Was meinen denn die Lehrenden? Welche Potenziale (oder auch Hindernisse) für Gamification sehen Sie?
      herzliche Grüße,
      Tanja Adamus

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