Internationales Kooperationsprojekt der OUNL, JYU und FeU – von der Planung bis zur Evaluation

von Cathrin Vogel und Noelle Diegel

Technische Voraussetzungen
Offene Lernplattform der FeU, Adobe Connect , Collaborate

Vorbereitung
Ca. 3 Monate, wenn Kooperationspartner*innen vorhanden

Anzahl Studierende
Mindestens 15 Studierende; maximale Anzahl abhängig von Anzahl der Betreuenden (2-3 Lehrende pro 15 Studierende)

Kontakt
Cathrin Vogel und Noelle Diegel, Fakultät KSW, LG Mediendidaktik

Diversität
Internationalität; interkulturelles Lernen

Beschreibung

Bei dem hier vorgestellten Format handelt es sich um eine internationale Lehr-Lern-Kooperation zwischen (internationalen) Universitäten, die einen Fernstudienanteil haben. Es hatte zum Ziel, einen gemeinsamen internationalen Kurs zu gestalten, der virtuelle Mobilität und Flexibilität bietet. Konkret bestand die Kooperation aus der Open Universiteit (OUNL), Niederlande, der University of Jyväskylä (JYU), Finnland und der FernUniversität in Hagen (FeU) (siehe Galerie). Die teilnehmenden Studierenden erstellten in Gruppenarbeit ein gemeinsames bildungswissenschaftliches Medienprodukt.

Die Anrechnung, Anerkennung und endgültige Prüfung des Kurses wurden durch jede Universität innerhalb des Moduls in eigener Verantwortung übernommen. Es fand demnach keine gemeinsame Vergabe von ECTS statt, um die Anrechnung der Leistung zu vereinfachen. Alle Universitäten vergaben 5 ECTS Punkte für den Kurs.

Jede Universität nutzte jeweils einen bereits bestehenden Kurs, um ein internationales Zusatzangebot (auf freiwilliger Basis) anbieten und etablieren zu können. So wurde von Seiten des Lehrgebiets Mediendidaktik an der FeU im Modul 3 des M.A. Bildung und Medien: eEducation eine zusätzliche Möglichkeit geschaffen, das Modul 3 abzuschließen, nämlich in Form einer internationalen Gruppenarbeit mit Studierenden der OUNL und JYU im Kurs „Instructional Design: Creating an Educational Media Product“. Die Studierenden der FeU konnten sich also entscheiden, alleine an der Aufgabenstellung des Moduls zu arbeiten oder an der achtwöchigen internationalen Kooperation teilzunehmen, in der thematisch dieselbe Aufgabenstellung des Moduls gestellt wurde.

Alle an dem internationalen Kooperationsprojekt Teilnehmenden bearbeiten diese Aufgaben im Rahmen des internationalen Kooperationsprojektes auf der externen Moodle-Lernplattform der FeU. Dieser Kurs bot sich dadurch an, dass der Zugang für alle (internationalen) Teilnehmenden und Betreuenden anderer (Partner-)Universitäten freigeschaltet werden konnte und auf Englisch verfügbar war.

In dem Kurs selbst wurden alle teilnehmenden Studierenden in gemischte Gruppen aus den verschiedenen Universitäten eingeteilt, die in Zusammenarbeit eine Hauptaufgabe bearbeiten sollten. Diese bestand in der Planung, Umsetzung und Evaluation eines bildungswissenschaftlichen Medienprodukts. Unteraufgaben führten auf eine fundierte Bearbeitung der Hauptaufgabe hin. Diese bezogen sich u. a. auf das didaktische Konzept und die Evaluation. Um die Aufgaben bearbeiten zu können, wurden in den acht Wochen englischsprachige Inhalte, wie Literatur, Videos, Sprechstunden etc., in Moodle zur Verfügung gestellt. Für die Abgabe der Unteraufgaben wurden Termine festgelegt, die von den Gruppen eingehalten werden mussten. Zum Abschluss hielten die Studierenden eine Präsentation, in der das didaktische Konzept, die Ergebnisse der Evaluation sowie das Medienprodukt selbst vorgestellt wurden. Allen Studierenden, die sich bis zum Ende des Kurses aktiv beteiligt haben, wurde eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Darüber hinaus erhielten alle aktiv teilnehmenden Studierenden der FeU ein Diploma Supplement.

Betreuung und didaktisches Design:
Das Thema der Hauptaufgabe wurde in Abstimmung mit den Partner*innen gewählt, wobei die Authentizität der Aufgabe hinsichtlich eines möglichen Berufsfeldes im Vordergrund stand. Der Kurs war in Themenblöcke unterteilt, der die Studierenden bei der Erstellung des bildungswissenschaftlichen Medienprodukts unterstützte.

Bei der Gestaltung der Inhalte wurden im Vorbereitungsprozess früh Zuständigkeiten für Themenblöcke festgelegt, um Zeit für die Materialerstellung bzw. -findung zu haben. Es wurden teilweise OER verwendet, Inhalte übersetzt oder neue Inhalte erstellt. Alle Aufgaben wurden einheitlich nach Salmons E-tivities formuliert. Hierbei wird u. a. auf eine eindeutige Formulierung der Erwartungen, der Aufgabe, der Bearbeitungsmodi und des Zeitrahmens geachtet. Diese Vorgehensweise bot sich an, um Missverständnisse hinsichtlich der Bearbeitung zu vermeiden und den Studierenden ein schnelles, eigenverantwortliches und produktives Arbeiten an den Aufgaben zu ermöglichen.

Beispiel einer E-tivity – Abschlusspräsentation (pdf)

Die Betreuung fand auf mehreren Ebenen statt: Die einzelnen Universitäten informierten die jeweilige Zielgruppe frühzeitig über die Möglichkeit, an dem internationalen Kooperationsprojekt teilzunehmen. Hierfür wurde unter freundlicher Unterstützung des ZMI der FeU ein kurzer Teaser zu Werbezwecken erstellt:

An der FeU wurde eine separate Seite im Studienportal erstellt, um die Studierenden im Modul 3 des M.A. eEducation zu informieren und erreichen zu können (Link zum Studienportal). Darüber hinaus wurden in der Moodle-Lernumgebung des Moduls 3 Informationen über die zwei Wege des Modulabschlusses bereitgestellt. Der separate Moodle-Kurs auf der offenen Plattform wurde zwei Wochen vor Kursstart geöffnet, damit die Studierenden sehen konnten, was sie erwartet. Die Anmeldung musste verbindlich per E-Mail eine Woche vor dem Kursstart erfolgen. Die Gruppenbildung fand nach der verbindlichen Anmeldung vor dem Kursstart statt. Die Gruppen wurden in Moodle als Gruppen angelegt. Dies ermöglichte sowohl Abgaben in Moodle als Gruppe als auch das Führen von gruppeninternen Foren in Moodle. In der Anfangswoche wurde Zeit zum Kennenlernen und Erkunden der Moodle-Umgebung sowie zum Vertrautmachen mit der Aufgabe gegeben. Die erste Aufgabe, die die Studierenden in der Zeit bearbeiten sollten, kombinierte persönliche Vorstellungen mit ersten inhaltlichen Ideen.

Die inhaltliche Betreuung der Themenblöcke übernahmen die Personengruppen, die die Wocheninhalte erstellt haben. Zusätzlich wurde jeder Gruppe ein festes Team an Ansprechpersonen der JYU, OUNL oder FeU zugeordnet. Auf die verbindlichen Abgaben gab es von der Gruppenbetreuung Feedback, wozu Feedbacksheets im Vorfeld erstellt und abgestimmt wurden, um die Erwartungen und Rückmeldungen des internationalen Betreuungsteams vergleichbar zu halten. Dies galt ebenso für die Abschlusspräsentation. Die Modulprüfung bildete für die Studierenden der FeU eine Hausarbeit, die mit der Hausarbeit der „regulären“ Studierenden des Moduls 3 vergleichbar war.

Evaluation:
Um die Qualität des Kurses ermitteln und weiterentwickeln zu können, wurden die Studierenden gebeten, während der Kursbearbeitung (formativ) und am Ende des Kurses (summativ) einen Fragebogen auszufüllen, den die drei Universitäten gemeinsam erstellt und abschließend ausgewertet haben. Die Ergebnisse weisen sowohl positive als auch negative Kritikpunkte auf, die dazu genutzt werden, das Angebot zu optimieren und weiterzuführen.

Das internationale Kooperationsprojekt wird voraussichtlich – in überarbeiteter Form – erneut im Sommersemester 2020 angeboten. Wichtige Unterstützung bei diesem Projekt war und ist dasInternational Office der FeU und JYU.

Bitte beachten Sie: Die Nutzung von externen Werkzeugen sollte in der Lehre grundsätzlich nicht verpflichtend, sondern nur freiwillig sein. Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfen Studien- oder Prüfungsleistungen nur über die bereits genehmigten Anwendungen der FernUniversität geleistet werden. Das gilt sowohl für Werkzeuge bei denen für die Nutzung ein Konto erstellt werden muss also auch bei solchen, die ohne Konto genutzt werden können. In jedem Fall werden personenbezogene Daten übermittelt. Wenn das Arbeiten mit dem Werkzeug hingegen freiwillig ist, sollte der Einsatz kein Problem sein. In jedem Fall ist eine Absicherung durch das Dezernat 2.4 empfehlenswert.

Weitere Informationen

Voraussetzungen

  • Beherrschung der englischen Sprache seitens der Studierenden und Lehrenden
  • Eine allen zugängliche LMS-Plattform (und ggf. Schulungen hierfür)
  • Ein Kommunikationstool, das jegliche Kommunikation zwischen den Partnern bündelt
  • Kommunikationstools, die die Kommunikation zwischen Studierenden und zu Lehrenden ermöglicht (z. B. Adobe Connect-Zugang für Studierende)
  • Zuverlässige internationale Partner*innen

Methoden

  • Virtual Exchange
  • Authentisches Lernen
  • Salmons E-tivities
  • Gruppenfunktion in Adobe Connect
  • Gruppenfunktion in Moodle

Kontakt

  • Cathrin Vogel und Noëlle Diegel, Lehrgebiet Mediendidaktik an der FernUniversität in Hagen
  • Dr. Ingrid Thaler, Stabsstelle 4 – International Office der FernUniversität in Hagen

Übersicht

Ziele

  • Internationale Kooperationsfähigkeit stärken
  • Inhaltliche Kompetenz stärken (hier: Planung, Entwicklung und Evaluation fundierter bildungswissenschaftlicher Medienprodukte)

Kontext

  • Modul 3: Entwicklung und Evaluation von digitalen Medien im Masterstudiengang Bildung und Medien: eEducation
  • Eher fortgeschrittene Studierende

Problem

Fehlender internationaler Austausch für ggf. weniger mobile Fernstudierende

Lösung

Ermöglichung von internationalem Austausch in bestehendem Modul bei gleichzeitiger Absolvierung der in dem Modul geforderten Leistung

Vorteile

  • Curriculare Einbindung/Anrechnung, da innerhalb eines Moduls unkompliziert; Austausch zwischen internationalen Studierenden

Nachteile

  • Zuverlässige, internationale Partner*innen zwingend nötig, die ein passendes Modul/ einen passenden Kurs haben
  • hoher Planungs- und Abstimmungsaufwand
  • Studierende müssen bereit sein, Zeit und Mühen in das Projekt zu investieren
  • Strenge zeitliche Taktung erforderlich, die von Studierenden eingehalten werden muss
  • Studierende müssen englische Sprache beherrschen

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