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Das beschleunigte Jahr – Der e-KOO-Rückblick 2020

Das beschleunigte Jahr – Der e-KOO-Rückblick 2020

Ja, das war schon ein sehr herausforderndes Jahr für uns alle. Vor allem in der Hochschullandschaft hat sich 2020 viel bewegt, auch wenn viele Fragen offengeblieben sind und vielleicht auch 2021 noch nicht beantwortet werden. Auch für die e-KOO war es ein bewegtes Jahr: von Online-Prüfungen und Videokonferenzsystemen über die ELFen bis hin zu der 2021 kommenden Neugründung eines Zentrums für Lernen und Innovation. All dies und noch viel mehr lassen wir im Jahresrückblick Revue passieren.

Bevor wir loslegen: Mit Chatharina Effern, Dr. Andreas Kempka und Dr. Anke Marks ist unser Team 2020 um drei Kolleg*innen erweitert worden. Dazu kamen noch die ELFen, die weiter unten noch mal erwähnt werden. Herzlich willkommen an Bord!

Vor Corona

Es gab tatsächlich zwei Monate im Jahr 2020, in denen die Pandemie weit weg schien und sich niemand vorstellen konnte, wie der Rest des Jahres verlaufen würde. Da luden wir noch zum Präsenz-e-KOO-ffee ein und berichteten über QuickWins. Wir fuhren zur Learntec und empfahlen auch sonst Präsenztagungen.

Im Januar gab es für unsere Website einen Relaunch. Wir haben die Anregungen aus Usability-Tests unseres Webangebots in eine neue Struktur fließen lassen. Im Rückblick kann man sagen: zum Glück! Anderthalb Monate später kam uns diese Umstellung zugute, denn die Anfragen an die FernUni und damit auch an uns rissen nicht ab (s. u.).

Ebenfalls Anfang des Jahres gab es eine Beteiligung der e-KOO an der Community Working Group „Innovationskultur“ des Hochschulforums Digitalisierung. Die Arbeitsgruppe besuchte Ende 2019 / Anfang 2020 die Firma sipgate, die KU Leuven und das d.lab der Deutschen Bahn, um sich über innovative Unternehmens- und Organisationskultur zu informieren. Darüber wurde unter anderem beim University:Future Festival berichtet (Folien zum Vortrag / Workshop). Außerdem gibt es zu diesem Thema eine detaillierte Zusammenfassung im Blog des HFD.

Im Projekt Lehrbetrieb, das Teil des hochschulweiten Prozesses zur Innovation und Digitalisierung der Fernlehre ist, wurden die Entwicklungslinien 1: QuickWins und 2: „Fachbezogene Digitalisierung insb. durch die Unterstützung der Fachmediendidaktiker“ verstetigt. Beide Entwicklungslinien haben sich in der bisherigen Umsetzung im Projekt bewährt und sind daher Anfang 2020 in den Regelbetrieb übernommen worden.

Schnelle und langfristige Angebote zur digitalen Lehre

Und dann kam die Pandemie… Eine Woche vor den eigentlichen Beschränkungen wollte ich noch zur DGHD-Tagung in Berlin, die kurzfristig auf ein Online-Format umgestellt wurde, weil größere Veranstaltungen da bereits untersagt waren. Da war so etwas noch ungewöhnlich, mit dem Engagement der Veranstalter*innen wurde es aber trotz der widrigen Umstände eine gute Sache. Mittlerweile hat man sich an virtuelle Veranstaltungen gewöhnt. Ich will gar nicht an die ganzen Reisekosten denken, die die Hochschulen in diesem Jahr gespart haben.

Start
Grafik: FernUniversität

Wir haben versucht, sehr schnell auf die vielen Anfragen zu reagieren, die uns als Expert*innen für Fernunterricht erreichen. Mit „wir“ meine ich diesmal nicht nur die e-KOO, sondern alle Mitarbeitenden der FernUni. Ich glaube, es war kaum ein*e Angehörige*r der FernUni dabei, der*die nicht im entsprechenden Netzwerk nach seinen*ihren Erfahrungen in der Fernlehre befragt worden ist. Die e-KOO jedenfalls reagierte mit sehr schnellen und längerfristigen Angeboten auf die Nachfragen:

  • Eine Materialseite mit Grundlagen, Tipps und Tricks, Methoden und Werkzeugen wurde zusammengestellt und stetig erweitert. Als Einstieg ins Thema ist die Seite immer noch interessant.
  • Interne Workshops wurden für Externe geöffnet und komplett online abgehalten, wo das nicht ohnehin schon vorher der Fall war.
  • Auf der Offenen Lernplattform wurden Selbstlernkurse angeboten, die sehr gut angenommen wurden (s. Abschnitt „Zahlen, Fakten, Daten“)
  • Über unseren Twitter-Account wurden die Showroom-Beispiele noch einmal als Inspirationsquelle getweetet.
  • Zusammen mit dem Hochschulforum Digitalisierung startete die FernUni mit Beteiligung der e-KOO die Community of Practice „Starthilfe fürs Corona-Semester“. Dort konnten sich Lehrende über ihre Erfahrungen mit digitaler Lehre vor und während der Corona-Zeit austauschen. Es gab einen Mattermost-Kanal und unregelmäßige Treffen mit Inputs und Diskussionen. Die Aufzeichnungen der Treffen können teilweise auf der verlinkten Seite eingesehen werden.

Die vielen externen und internen E-Mails mit Beratungsanfragen zur Umwandlung von Präsenz- in Online-Veranstaltungen kamen noch dazu. Das war eine anstrengende Zeit, die sich aus unserer Sicht aber auch sehr gelohnt hat. Wir haben auch viel dazu gelernt und viele Methoden und Werkzeuge kennengelernt.

Arbeiten und Lehren im Home-Office

Web Meeting Illustration
Grafik: FernUniversität

Wie für viele war auch die Umstellung auf Home-Office für die Mitarbeitenden der FernUni eine Herausforderung. Zwar gab es einige Kolleg*innen, die bereits vorher ein oder zwei Tage im Home-Office gearbeitet hatten, komplett umstellen war aber doch für fast alle neu. Es knarzte und zwickte auch immer wieder, vor allem Adobe Connect stieß am Anfang häufig an Grenzen.

Dem steuerten wir mit der Erweiterung der Lizenzen und Serverkapazitäten, dem Angebot von festen Sprechstunden und Tipps & Tricks zu großen Meetings in Connect entgegen. Trotz allen Widrigkeiten sind die Möglichkeiten von Connect vor allem in Lehrveranstaltungen mit der notwendigen Planungssicherheit von Layouts und Werkzeugen aus didaktischer Sicht immer noch empfehlenswert.

Dennoch wurde schnell klar, dass Connect als einzige Videokonferenzsoftware nicht ausreichen würde, zumal es sich für bestimmte Szenarien wie z. B. spontane Besprechungen nicht gut eignet. Da kam es gerade richtig, dass die Testphase von Office 365 und damit auch Teams verlängert wurde. Alle Interessierten der FernUni können den Zugang beantragen. Zu Office 365 bietet das Projektteam des ZMI eine Sprechstunde an.

Etwas länger dauerte es, das dritte Werkzeuge in dieser Runde der Videokonferenzsysteme einzuführen. Zoom wurde dann aber doch für ein Jahr angeschafft und immer beliebter. Die Video- und Audioqualität und die geringen technischen Probleme sprechen für Zoom. Die Tatsache, dass jede*r das Layout verändern kann und dass Lehrende dadurch nicht wissen, wer was sieht, sprechen aus didaktischer Sicht dagegen.

Neben Office 365 mit dem Cloudspeicher OneDrive steht seit letztem Jahr vielen Mitarbeitenden der FernUni auch Sciebo zur Verfügung. Die auf owncloud basierende, NRW-weite und von der Uni Münster gehostete Lösung bietet neben Datenspeicherung auch ein Office-Paket, mit dem z. B. Textdokumente kollaborativ erstellt werden können. An der FernUni wird Sciebo mittlerweile von über 1000 Mitarbeitenden genutzt. Wie Sie Sciebo nutzen können ist im Helpdesk-Wiki erklärt.

Für Forschung und Lehre steht seit April eine neue Version von LimeSurvey zur Verfügung, die von allen Angehörigen der FernUni für Online-Umfragen genutzt werden kann. Dazu passend haben wir auch einen Selbstlernkurs im Programm, der ebenfalls von allen FernUni-Angehörigen im Internen Fortbildungsverzeichnis belegt werden kann.

Zahlen, Daten, Fakten

Dass wir mittlerweile innerhalb und außerhalb der Uni ganz gut vernetzt sind, spiegelt sich auch in ein paar Statistiken wider. Zum einen nahmen die Zugriffe auf diese Website mächtig Fahrt auf. Zwar konnten wir nicht auf dem Niveau der sehr hohen Zugriffszahlen im März und April bleiben, wo die 1000er Marke bei den eindeutigen Besucher*innen pro Tag ein paar Mal geknackt wurde. Aber auch nach diesem Hoch lagen die Zahlen zwei- bis dreimal so hoch wie vorher. Und vor dem Wintersemester ging es noch mal in die Höhe. Das Diagramm zeigt die täglichen Zugriffe in rot und die eindeutigen Besucher*innen in blau.

e-KOO-Blog Zugriffsstatistik 2020
e-KOO-Blog Zugriffsstatistik 2020, Diagramm: FernUniversität

Ebenso nahm die Zahl der Twitter-Follower*innen unseres Accounts @eKOO_FernUni zu. Während wir im Februar noch von fast 250 Follower*innen nach einem Jahr berichteten, sind es beim Schreiben dieses Artikel 602. Wir hoffen, dass wir auch in Zukunft mit gutem Inhalt das Netzwerk nicht nur hier erweitern können.

In den Zertifikatsprogrammen wurden 2020 37 Workshops mit insgesamt 420 zugelassenen und 370 tatsächlich erschienenen Teilnehmenden durchgeführt, die meisten davon von uns. Einige Workshops wurden auch für externe Teilnehmende geöffnet, allerdings wurde das Angebot insgesamt nur 22 Mal wahrgenommen. Die Workshops deckten für unsere Zertifikatsteilnehmenden 288 Arbeitseinheiten (AE) ab, was bei 8 AE pro Workshoptag 36 Tage ausmacht.

Bei den offenen Selbstlernkursen sah die Anzahl der externen Teilnehmenden anders aus. Vor allem der Kurs „Mediendidaktische Grundlagen“ war mit zuletzt 837 eingeschrieben Nutzenden sehr beliebt. Davon ließen sich 146 ein Zertifikat über die Absolvierung des Workshops ausstellen. Die Zahlen im Einzelnen (letzter Stand: 31.12.2020):

Kurstitel externe Teilnehmende ausgestellte Zertifikate
Mediendidaktische Grundlagen 837 146
Einführung Moodle 204 86
Einführung Connect 350 75
H5P 257 60
Einführung Camtasia 310 9
Microlearning 138 45
Gesamt: 2096 421

 

Diagramm Entwicklung externe Teilnehmendenzahlen Selbstlernkurse 2020
Entwicklung der externen Teilnehmendenzahlen in den Selbstlernkursen 2020, Diagramm: FernUniversität

Die Kurven flachten nach dem ersten Ansturm etwas ab, aber es kamen kontinuierlich Teilnehmende dazu. Schön zu sehen ist auch der kleine Anstieg kurz vor dem Wintersemester 2020/2021, als klar wurde, dass auch in diesem Semester keine Präsenzveranstaltung stattfinden würden.

Prüfungen unter Pandemie-Bedingungen

Illustration E-Assessment
Grafik: FernUniversität

Neben den Präsenzveranstaltungen, die mehr oder weniger gut in Online-Formate übertragen werden konnten, stellten Prüfungen eine besondere Herausforderung für Lehrende dar. Klausuren konnten nicht mehr in Präsenz geschrieben werden und das ist auch ein Problem bei E-Klausuren, bei denen die Prüflinge vor Ort an einem Endgerät sitzen. Dazu gab es zwei Ansätze, die in unterschiedliche Richtungen weisen.

Zum einen stellt Proctoring einen interessanten, aber auch sehr kontrovers diskutierten Ansatz zur Durchführung der „normalen“ Klausuren zu Hause dar. Im Pilotprojekt „Proctoring für dezentrale Klausuren“ wurde die KI-gestützte Fernaufsicht von E-Klausuren im Sommersemester 2020 evaluiert. Das Thema Proctoring bleibt auch für das Wintersemester 2020/2021 relevant, wenn eine Live-Fernaufsicht (Live-Proctoring) in einem größeren Umfang in verschiedenen Klausurszenarien erprobt wird.

Zum anderen setzen viele Lehrende auf alternative Prüfungsformate, bei denen aber die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft sind. So wurden z. B. an der FernUni in der Rechtswissenschaft gute Erfahrungen mit Open-Book-Klausuren gemacht. Eine gute Infrastruktur für mündliche Videoprüfungen existiert bei uns ohnehin schon seit Jahren. Und auch die weiteren Möglichkeiten, wie z. B. E-Portfolios mit Mahara, stehen zur Verfügung und können ausgetestet werden.

Die ELFen

ELFen Logo
Grafik: FernUniversität

Im letzten Jahr wurde auch unser Pool an studentischen Mitarbeiter*innen gestartet. Die E-Learning-Friends (kurz: ELFen) können von Lehrenden engagiert werden, wenn diese Support bei Online-Lehrveranstaltungen benötigen. Genauere Infos zu den Aufgaben der ELFen und dem Ablauf der Buchung gibt es auf einer Helpdesk-Wiki-Seite. Wir begrüßen die sieben in unserem Team! Sie haben schon jetzt einiges zu tun und haben bereits wertvolle Supportarbeit geleistet.

Online-Landesportal ORCA.nrw

Für das Online-Landesportal ORCA.nrw, das durch die DH.nrw ins Leben gerufen wurde, sind Schnittstellen-Beauftragte an allen Hochschulen in NRW eingesetzt worden bzw. werden in naher Zukunft noch eingesetzt. Das Landesportal ORCA steht hier für Open Resources Campus, was die Ausrichtung schon klar vor Augen führt: frei lizensierte Lehr-/Lernmaterialien, Informationen und Rechtsberatung soll es für Lehrende geben, und Selbstlernmaterialien, Support und Beratung für Studierende. Wir freuen uns auf den Austausch und sind auf die Entwicklungen gespannt, die in diesem Projekt in den nächsten Jahren passieren.

Virtueller Kongress zum Hagener Manifest

Anfang Oktober wurde das Hagener Manifest veröffentlicht, das in 12 Thesen viele Forderungen von Bildungsexpert*innen aus den vergangenen Jahren an einer Stelle versammelt. Dazu fand am 26.11. ein virtueller Kongress statt, zu dem auch die e-KOO beigetragen hat. Wer das noch einmal anschauen möchte, kann das auf den Seiten des Hagener Manifests tun.

Erste Testphase und Namenswettbewerb für Portalumgebung

Die zukünftige Portalumgebung für Studium und Lehre nimmt immer mehr Gestalt an. Im November 2020 wurde die erste Testphase mit einer testbaren Alpha-Version gestartet, um frühzeitig die potenziellen Nutzenden – die Studierenden der FernUni – in die Entwicklung einzubeziehen. Gleichzeitig wurde ein hochschulweiter Namenswettbewerb für das neue Portal initiiert.

Abschied von Flash

Ende des Jahres endete der Support für die lange eingesetzte Software Adobe Flash. Da vor allem Adobe Connect lange auf Flash basierte und das zentrale Webkonferenzsystem der FernUni ist, bedeutet das, dass möglichst bald das Update auf die Version 11 ansteht. Flash-frei konnte Connect schon im Dezember letzten Jahres genutzt werden. Connect wird daher auch weiterhin vollumfänglich zur Verfügung stehen.

Ausblick auf 2021

2021 wird ebenfalls ein aufregendes Jahr werden, soviel steht schon einmal fest. Da sich sämtliche Prognosen für 2020 aber mehr oder weniger zerschlagen haben, sollte man schon eher vorsichtig sein… Klar ist auf jeden Fall, dass die Gründung des Zentrums für Lernen und Innovation bevorsteht. Ob es bei diesem Namen bleibt, steht noch nicht fest, wir werden aber sicherlich auf unserer Website bald mehr darüber schreiben können. Natürlich werden wir auch im neuen Zentrum weiterhin aktuelle Themen auf dem Schirm haben und einen umfänglichen Service rund um Lehre und Lernen anbieten.

Die bereits begonnene Umstellung von Moodle auf das neue Design wird in diesem Jahr abgeschlossen werden. Ebenso wird das Thema Prüfungen im Mittelpunkt stehen. Die Optimierung von Werkzeugen und die Einführung von neuen wird uns ebenfalls beschäftigen. Alles in allem werden wir neue Wege erproben, damit wir auch nächstes Jahr im Jahresrückblick einiges zu erzählen haben. Und vielleicht wird auch der Support von Präsenzveranstaltungen wieder eine größere Rolle spielen. Gehofft werden darf ja…

2 Gedanken zu “Das beschleunigte Jahr – Der e-KOO-Rückblick 2020”

  1. Hallo zusammen,
    wann und wo werden uns allen die neuen ELFen vorgestellt? Vielleicht auf der Team-Seite von ekoo?
    In Terminen werden hin und wieder neue Namen erwähnt, aber wer sich dahin verbirgt, bleibt leider rätselhaft.
    Danke, alles Gute und herzlicher Grüße an das ganze Team
    von einem eKoo-Blog-Leser

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